Samstag, 19.01.2019:

Nach einer Hallen- und zwei Freilufttrainingseinheiten reiste unser Damenteam zum ersten Wettbewerb des Jahres in den zwar noch zum Kraichgau zählenden, aber dennoch bereits auf württembergischem Terrain liegenden Kurort Bad Rappenau. Dort wurde eine von drei Qualifikationsturnieren für die Endrunde um die Badische Futsalmeisterschaft ausgetragen. Die Wettbewerbsbestimmungen des Badischen Fußballverbandes sehen es vor, dass sich aus zwei Turnieren mit ausschließlich Landesligateams je zwei Mannschaften und aus dem in Bad Rappenau ausgespielten Turnier mit ausschließlich Ober- und Verbandsligamannschaften vier Teams für das finale Turnier Mitte Februar qualifizieren. Die Aussicht, dass man als derzeitiger Tabellenletzter der Verbandsliga im Qualifikationsturnier der höherklassigsten Vereine Nordbadens als krasser Außenseiter starten wird, ließ uns nicht davon abhalten für dieses Turnier zu melden. Und es sei vorweggenommen: trotz am Ende vier Niederlagen und „nur“ einem Remis hat sich unser Team im „Konzert der großen“ – einzig von Spiel 1 abgesehen – gut verkauft.

Bedauerlich, dass am Abend vorher und am Turniermorgen zwei Spielerinnen kurzfristig absagen mussten. Auch wenn deren Absagen absolut begründet waren, hoffen wir, dass sich dies im weiteren Fußballjahr nicht so fortsetzen wird, war es doch gerade im letzten Halbjahr eines der größten Probleme, dass immer wieder Spielerinnen, teilweise auch erst kurzfristig ausgefallen waren und man so selten in angemessener Mannschaftsstärke antreten konnte. Während in Bad Rappenau andere Teams teilweise in 12er-Stärke vor Ort waren, konnte Trainer Joachim „Jo“ Reichert dank kurzfristigen Nachrückens von Emily Wagner (Danke!) aber immerhin auf deren acht FCO-Amazonen zurückgreifen (Altersdurchschnitt exakt 19 Jahre). Darunter auch erstmals unser Neuzugang Svenja Kühner, die sich gut ins Team integrierte und eine gute Leistung bot.

Das Turnier mit Spielen a 13 Minuten wurde eröffnet mit der Begegnung gegen den Siebten der Oberliga Baden-Württemberg, den SSV Waghäusel; also gleich eine Mammutaufgabe. Nach nur 20 Sekunden bot sich Kapitänin Annalena May plötzlich die Großchance zur sensationellen Führung. Leider vertan … und dennoch hätte dies Mut und Zuversicht geben sollen, geben müssen. Leider war das Gegenteil der Fall, denn spätestens nach dem 0:1 in Minute 4 ließ man viel zu viel Respekt walten und agierte völlig unbegründet viel zu ängstlich. Die klassenhöheren Waghäuselerinnen hatten dank des körperunbetonten Spiels unserer Damen so leichtes Spiel und zogen durch vier Treffer binnen nur drei Minuten (7te bis 9te) auf den Endstand von 0:5 davon. Trotz der klaren Niederlage und der nicht zufriedenstellenden Gegenwehr hatte unser Team selbst drei bis vier gute Möglichkeiten besessen. Dies machte die deutliche Auftaktniederlage umso ärgerlicher; eine Niederlage mit z.B. zwei Toren Unterschied wäre nämlich durchaus möglich gewesen. Coach Jo fand danach die richtigen Worte und konnte sein Team für den weiteren Turnierverlauf aufbauen und neu motivieren. Und tatsächlich wurde es ab Spiel 2 deutlich besser. Hier traf die Reichert-Elf auf den Oberligaabsteiger und Verbandsligatabellenführer TSV Amicitia Viernheim. Unsere Damen waren gut im Spiel und verlangten dem klaren Favoriten alles ab. Bis man sich bei einem unaufachtsamen Wechsel bei Überzahlangriff der Gegnerinnen mit anschließend auch noch unglücklichem Eigentor einen unnötigen Rückstand einfing. Später wurde man dann noch zum 0:2 ausgekontert. Mangels Offensivdurchschlagskraft war man zwar weit entfernt von einem Sieg, mit etwas mehr Cleverness und Glück wäre aber evtl. sogar ein Unentschieden machbar gewesen. Auf jeden Fall eine klare Steigerung gegenüber Begegnung Nr. 1. In Spiel 3 gegen den nach uns in der Spielrunde am schlechtesten positionierten Außenseiter SG HD-Kirchheim (8ter Verbandsliga) startete unser Team sehr vielversprechend und besaß in den ersten zwei Minuten zwei erstklassige Möglichkeiten zur Führung. Mitte der Begegnung investierte der Gegner mehr und ging in Minute 8 durch einen Abstauber in Führung. Unsere Amazonen gaben jedoch nicht auf und drängten am Ende auf den Ausgleich, der schließlich Jenny Wagner nach Vorarbeit von Anja Fielenbach mit einem Kunstschuss gelang. Zumindest ein Punkt war damit im „Créme-de la-Créme-Wettbewerb eingetütet, klasse „Mädels“! Es folgte Spiel Nr. 4 gegen den Oberligaabsteiger und Verbandsligadritten TSV Neckarau, der sich zuletzt mit einer ehemaligen Bundesligaspielerin und einem weiteren Neuzugang mit höherklassiger Erfahrung verstärken konnte. Hiervon ließen sich unsere Damen nicht beeindrucken und hielten richtig gut dagegen. Nach dem von Neckarau schön herausgespielten Führungstreffer (4.), besaßen bereits Anja und Svenja sehr gute Chancen zum Ausgleich, ehe anschließend wiederum Anja sogar ganz knapp am Pfosten scheiterte. Anschließend hielt uns unsere bärenstarke Keeperin Ricarda Weser mit einigen spektakulären Glanzparaden im Spiel, ehe sich im weiteren Verlauf zwei weitere Male Großchancen zum Ausgleich ergaben. Sowohl Anjas toller Hackentrick nach guter Vorarbeit von Jenny Wagner als auch der Abschluss von Steffi Schleweis führten jedoch leider nicht zum Erfolg. Wenige Sekunden vor der Schlusssirene trafen die Neckarauerinnen dann zur 2:0-Entscheidung. Ein starker Auftritt unseres Teams, dem leider ein verdientes Remis verwehrt blieb. Abschließend ging es gegen den aktuellen Zweiten der Oberliga, den KSC, der dort gute Chancen besitzt, in die Regionalliga Süd (Baden-Württemberg/Bayern/Hessen) aufzusteigen. Der KSC, mit der Odenheimerin Debora Vinci am Start, marschierte mit 5 Siegen unangefochten durch den Wettbewerb und es war klar, dass es hier vorrangig darauf ankommen wird, sich so gut wie möglich zu verkaufen. Dies gelang unseren Amazonen zumindest neun Minuten lang richtig gut. Man agierte sehr mutig und besaß in Minute 7 beim Stand von 0:1 durch Anja und in Minute 8 beim Stand von 0:2 durch Jacqueline Hertl sogar gleich zwei Mal sehr gute Möglichkeiten zum zwischenzeitlichen Ausgleich bzw. Anschlusstreffer. Durch einen Doppelschlag in Minute 10 musste man dann die Gegentreffer 3 und 4 hinnehmen. Das sogar noch 0:5 kurz vor Schluss ging zwar in die Wertung ein, zählt für uns gefühlt aber eigentlich nicht, hatten Schiedsrichter und Turnierleitung es zu Beginn doch versäumt, die Uhr zu starten, sodass die Begegnung damit anstelle 13 sogar fast 14 Minuten lief.

Fazit: Hatte unser Team in Spiel 1 noch unnötigerweise viel zu viel Respekt walten lassen und gehört es leider ohnehin zur Geschichte unserer Amazonen, dass diese jeweils schwer in Turniere reinfinden, so darf man sich mit den Auftritten danach richtig zufrieden zeigen. Gegen Mannschaften, die über ganz andere Voraussetzungen und Bedingungen verfügen und von denen vier von fünf (!) aktuell oder noch letzte Saison in der Oberliga Baden-Württemberg spielen/spielten, hat sich unser im Durchschnitt nur 19 Jahre altes Hallenteam summa summarum gut geschlagen. Für den weiteren Hallenauftritt am kommenden Wochenende in Durmersheim, die anstehenden Testspiele und vor allem für die ab März beginnende Verbandsligarückrunde darf man auch aus diesem Hallenauftritt die Lehren ziehen, dass es gegen die Konkurrenz nur so geht, als dass man keine Angst hat und dagegenhält. Ein abschließendes Sonderlob an unsere Jacqueline, die trotz überdimensionaler Fußblase bis zum Schluss durchgehalten hat.

Dem KSC um die Odenheimerin Landsfrau ;-) Debora gratulieren wir zum Turniersieg und wünschen für die Futsal-Endrunde und die Oberliga alles Gute!

Die einzelnen Ergebnisse:

FCO - SSV Waghäusel 0:5

FCO - TSV Amicitia Viernheim 0:2

FCO - SG HD-Kirchheim 1:1

FCO - TSV Neckarau 0:2

FCO - Karlsruher SC 0:5

 

Eingesetzte Spielerinnen (Tor): Ricarda Weser (TW), Jacqueline Hertl, Annalena May, Jenny Wagner (1), Anja Fielenbach, Steffi Schleweis, Svenja Kühner, Emily Wagner. (E.W.)