12. SPIELTAG LANDESLIGA RHEIN-NECKAR/ODENWALD 2019/20:

Samstag, 30.11.2019:

FCO - SpG Wilhelmsfeld/Neuenheim 0:5 (0:4)

FCO: Ricarda Weser, Lea Speck, Rosi Weser (47. Annalena May), Nathalie Lehner, Jacqueline Hertl, Emily Wagner, Jenny Wagner (75. Fielenbach), Aline Hertl, , Clarissa Magel (70. Carolin Andrashazi), Aline Hertl, Steffi Schleweis, Anja Fielenbach (24. Svenja Ehmann). Ersatz: Laura Wetzel.

Torschützinnen: 0:1 (18.) Mayer, 0:2 (30.) Nesimi, 0:3 (41.) Nesimi, 0:4 (43.) Gugau (Elfmeter), 0:5 (61.) Nesimi.

Am letzten Spieltag des Jahres 2019 waren unsere FCO-Amazonen gegen den verlustpunktfreien und unaufhaltsam auf die Verbandsliga zusteuernden klaren Tabellenführer SpG Wilhelmsfeld/Neuenheim chancenlos und doch wurde man Zeuge einer Begegnung, in der rein gemessen an den Spielanteilen keine fünf Tore Unterschied zu erkennen waren. Die erfahrenen und körperlich bevorteilten Gäste ließen vor dem eigenen Tor nichts zu, warteten auf Fehler unserer Elf und erzielten ihre Treffer durch schnörkelloses Spiel.

Wie schon die ganze Saison über mussten unsere Coaches Joachim Reichert und Nico Sinibaldi auch dieses Mal personell improvisieren. Gerade die Defensive musste rundumerneuert werden, fehlten gegenüber der Vorwoche doch gleich drei Akteurinnen: die beiden Abwehrspielerinnen Laura Drexler (nach völlig unberechtigte Rotsperre – wir haben berichtet) und Annalena May (beruflich bedingt erst Ende der 1. Hälfte eingetroffen) sowie die defensive Mittelfeldakteurin Elena Schanzenbach. Passen musste darüber hinaus auch noch Angreiferin Larissa Schöninger. Weitere Spielerinnen trotzten diversen gesundheitlichen Problemen und liefen trotzdem auf. Umso wichtiger, dass wir endlich auf unsere beiden Neuzugänge Lea Speck und Svenja Ehrmann zurückgreifen konnten. Lea kam gleich von Beginn an zum Einsatz und Svenja folgte bereits in Minute 24. Und es sei vorweggenommen: für ihre allerersten Auftritte im neuen Team ließ sich dies schon richtig gut an und beide machen Spaß auf mehr.

Die Taktik der Gäste war von Beginn an unübersehbar: schnelle Ballgewinne und vor allem Warten auf FCO-Fehler, um dann sofort auf ihre schnelle Stürmerin in die Spitze zu spielen. Obgleich dieser Offensichtlichkeit gelang es unserem Team nicht, ein Mittel hiergegen zu finden. Vielmehr machte man es dem Tabellenführer mit zu vielen Klein-Klein-Aktionen und daraus resultierenden Ballverlusten viel zu leicht. So nach einem leichtfertig verlorenen Ball bereits in Minute 2 der erste Freilauf einer Wilhelmsfelderin Richtung FCO-Tor. Unsere Keeperin Ricarda Weser zeigte sich nach zuvor guter Einstellung von Torwarttrainer Andreas Mikisek jedoch hellwach, eilte im richtigen Moment aus ihrem Tor und vereitelte in überragender Manier die erste Großchance des Gastes. Auch eine Minute später wieder Ricarda schneller am Ball und nach dabei Foul an ihr auch noch Ballbesitz für unsere Farben. Apropos Farben: unsere FCO-Amazonen traten heute erstmals in ihren nagelneuen Trikots in schicker khaki-neogrüner Farbe an – an dieser Stelle schon einmal ein herzliches Dankeschön an die Sponsorengruppe um Andreas Mikisek (wir werden noch separat berichten). Trotz den genannten Problemen konnte man unserer Mannschaft nicht absprechen, alles geben zu wollen. Jede brachte sich läuferisch und kämpferisch gut ein und rein gemessen am Ballbesitz war man von Beginn an nicht wirklich unterlegen. Daraus resultierte in Minute 5 dann auch der erste gute Offensivvorstoß und beinahe die eigene Führung. Anja Fielenbach und Clarissa Magel waren plötzlich durchgebrochen und wären beinahe Nutznießerinnen eines Missverständnisses zwischen Torhüterin und Abwehrspielerin geworden. Gegen den defensivstarken Meisterschaftstopfavoriten (erst 6 Gegentreffer) braucht man gerade in solchen Situationen dann halt auch mal Glück. Leider blieb dieses unserer Mannschaft verwehrt und die Gäste konnten im zweiten Versuch klären. Anschließend fast zwei weitere Freiläufe der Auswärtsmannschaft, doch einmal zurecht wegen Abseits zurückgepfiffen und ein weiteres Mal trotz nicht geahndetem Abseits ohne Auswirkung. In der 9. Minute konnte Ricarda mit mutigem Einsatz erneut eine Stürmerin bremsen, dieses Mal im Verbund mit Lea. Die Letztgenannte, zu Beginn rechts in einer erstmals aufgebotenen Fünferkette eingesetzt, war dann in Minute 12 Wegbereiterin eines richtig schön vorgetragenen Angriffs unserer Elf. Guter Lauf über rechts mit Zuspiel auf Ersatzkapitänin Aline Hertl, diese mit ihrerseits schönem Pass in den Strafraum. Leider kam Clarissa Magel nur um Zentimeter nicht an das Leder heran. Im direkten Gegenzug wiederum ein Schnittstellenpass der Gäste und der nächste Freilauf Richtung FCO-Gehäuse. Dieses Mal zischte der Abschluss knapp rechts an diesem vorbei. War die erste Viertelstunde ohne Gegentor überstanden, führte ausgerechnet eine andere Spielsituation, ein Angriff über rechts, dann doch zum Rückstand (16.). Ricarda versucht alles, konnte den Flankenball aber nur ins eigene Tor abklatschen. Jedoch kein Vorwurf an unsere Keeperin; wäre sie nicht mehr an den Flankenball herangekommen, wäre mittig eine Abnehmerin zur Stelle gewesen. Die Gäste warteten weiterhin auf Fehler unserer Mannschaft. Unsere neu installierte Fünferkette wollte noch nicht so richtig funktionieren, in der Abwehr und auch im Mittelfeld gab es zu große Lücken, gerade die Abstimmung im Defensivverhalten und im Spiel gegen Gegner und Ball ließ zu wünschen übrig. Auch fehlte oft die Rückwärtsbewegung und Unterstützung durch die Offensivkräfte. So kamen die Gäste ohne zu brillieren viel zu leicht zu Chancen und vor allem eben zu Freiläufen Richtung FCO-Tor. Einmal mehr in Minute 19, Ricarda verkürzte jedoch geschickt, der Ball flog gegen den Pfosten und die zurückgeeilte Emily Wagner konnte schließlich klären. In den Minuten 20 und 22 Mal wieder zwei Offensivzeichen unserer Mannschaft. Zunächst prüfte Jacqueline Hertl die Torhüterin mit einem Freistoß, anschließend konnte Clarissa einen Fehler der Torhüterin nicht ausnutzen und ihr Schuss aufs Tor erfolgte mit zu wenig Dampf. Der direkte Gegenstoß war eigentlich zunächst ganz gut verteidigt, ehe die Linksaußen der Gäste durch glückliche Umstände doch nochmals an den Ball kam und diesen gut für eine Mitspielerin auflegte. Deren an sich guter und auch noch abgefälschter Abschluss lenkte Ricarda mit einer Monsterparade aus dem linken unteren Toreck. Bereits in Minute 24 musste die gesundheitlich angeschlagene Anja dann doch passen und wurde durch Debütantin Svenja ersetzt. Verbunden war dies mit einer erneuten Umstellung: Svenja übernahm Leas Position in der Defensive und Lea rückte von dort in die Offensive. War das eigentliche Stilmittel der Gäste – schnelle Zuspiele in die Spitze – jeweils noch verpufft, führte ausgerechnet der zweite Flügelangriff über rechts zum 0:2. Die Flanke wurde derweil aber auch richtig gut verwertet, damit keine Chance für Ricarda. Ärgerlich, dass der Schiedsrichter dabei eine Ein-Meter-Abseitsstellung der Gäste übersah. In den Minuten 36 und 37 zeigte sich Ricarda bei zwei Torschüssen wiederum auf ihrem Posten. In Minute 40 dann doch das 0:3 und dieses dann auch noch durch einen Konter. Unsere Elf war weit aufgerückt und ein richtig sehenswerter Hackentrick der Gäste an der Mittellinie geriet zur Vorarbeit für den nächsten und dieses Mal erfolgreichen Freilauf. Kurz vor der Pause erneut ein „Unforced Error“ im Odenheimer Aufbauspiel und das nächste Duell Stürmerin vs. Ricarda. Foul Ricarda und unstrittig Strafstoß, der sicher zum 4:0-Pausenstand verwandelt wurde. Unsere Elf hatte viel investiert und nicht minder weniger Ballbesitz besessen, der Gegner dagegen auf die Odenheimer Fehler gewartet und schnell und schnörkellos in die Spitze gespielt. Ballstafetten des unangefochtenen Spitzenreiters suchte man vergeblich, unsere Mannschaft hatte es diesem aber in anderer Weise viel zu einfach gemacht.

Unser FCO zu Beginn der zweiten Spielhälfte zunächst unverändert, ehe dann in der 47sten für Rosi unsere inzwischen eingetroffene Kapitänin Annalena ins Spiel kam. Auch sie war nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, konnte der Defensive aber nun etwas mehr Stabilität verleihen. Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass Annalena am Abend ihrem Einsatz Tribut zollen musste und nun flach liegt – gute Besserung Capitano! In der 49. Minute verteidigte unsere Mannschaft einen Freistoß denkbar schlecht, sodass in dessen Folge eine Wilhelmsfelderin frei zum Abschluss kam. Ricarda parierte aus der Kurzdistanz klasse. Unsere Elf nun aber weitaus besser positioniert, die Spielerinnen machten es in der Folge ganz gut. In Minute 61 ein starker Flugball von Steffi Schleweis auf A. Hertl, die auf und davon gewesen wäre, aber Pech hatte, indem ihr das Leder gegen den Rücken prallte und so die Chance verpuffte. Hatte man Minutenlang nichts zugelassen, dann umso ärgerlicher, dass es in Minute 67 doch zum 0:5 kam. Der Ball lief zwar einmal mehr gut durch die eigenen Reihen, aber hier eben dann doch mal wieder ein, zwei Takte zu viel. Die Tiefe im FCO-Spiel fehlte und so kam es, wie es kommen musste: ungezwungener Ballverlust und damit der nächste viel zu einfache Gegentreffer. Viel tat sich im weiteren Verlauf der Begegnung nicht mehr. Mag so mancher vermuten, dass dies auch daran gelegen sein könnte, dass die Gäste im sicheren Gefühl des Sieges möglicherweise einen Gang zurückgeschaltet haben könnten, so muss man dem angesichts der in manchen Szenen trotz klarer Führung etwas irritierenden Aufgeregtheit manches Gästeverantwortlichen an der Seitenlinie widersprechen. Unser FCO wechselte noch zwei weitere Male: Carolin Andrashazi kam für Clarissa ins Spiel (70.) und Anja kehrte für Jenny Wagner aufs Feld zurück. Die Letztgenannte hatte nach einem Nichtfoul Gelb gesehen und war nach ihrem ersten Allerweltsfoul verwarnt worden war. Zur Sicherheit erfolgte ihre Auswechslung. Auch wenn bei unserem Team der Ball zeitweise ganz gut durch die eigenen Reihen lief, fehlte nach vorne die Durchschlagskraft und man kam so nur selten zu echten Offensivaktionen geschweige denn Möglichkeiten. Eine davon dann aber in Minute 77, als Anja nach einem Eckball von Jacqueline ans Spielgerät kam, eine Gästespielerin aber vor der eigenen Torlinie klären konnte. Auf der Gegenseite noch eine Chance für die Gäste, als eine deren Akteurinnen nach einem missglückten Abwehrversuch das Leder aus der Luft nahm und nur knapp neben das FCO-Tor zielte (81.). Hier sah man dann wieder die Qualität der erfahrenen Gästetruppe, die bei ihren Angriffen und Torabschlüssen nicht lange fackelte. Den letzten Torschuss verzeichnete unsere Mannschaft, Alines Abschluss stellte die Torhüterin jedoch vor keine Probleme (83.).

Unser Team hatte sich gerade in Hälfte 1 einfach zu naiv angestellt und es den Gästen durch Ballverluste und Stellungsfehler viel zu leicht gemacht. Wäre man heute massiver gestanden, hätten alle defensiv mit zurückgearbeitet und man es für den Gegner damit insgesamt unangenehmer gestalten können, wäre es von Interesse gewesen, ob dieser dann spielerische Mittel zur Lösung der Aufgabe gefunden hätte. So war es am Ende eine verdiente Niederlage, die aber vielleicht um ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen ist.

Trotz der äußerst mäßigen Bilanz von nur 4 Siegen bei 8 Niederlagen, war unseren FCO-Amazonen im bisherigen Saisonverlauf noch keine Mannschaft gegenübergestanden, die diese spielerisch auseinandernahm – schon gar nicht heute. Dafür hat die aktuelle Begegnung einmal mehr gezeigt, dass man in dieser Liga nur begrenzt spielerisch vorankommt und es hier auch auf andere Werte wie eine stabile Defensive, Kompakt- und körperliche Robustheit, Fehlerminimierung sowie vor allem das Besinnen auf einfache Dinge ankommt.

Abschließend gewannen die Gäste dann auch noch den Wettbewerb, wer am Besten seine Kickschuhe im Kabinengang ausklopfen kann. Irgendwie schade, es sei ihnen im Siegestaumel und in der Vorfreude auf den anstehenden Aufstieg aber verziehen.

Unser Team fand sich anschließend in beeindruckender Anzahl zum gemeinsamen Jahresabschlussessen in der Clubhausgaststätte Olympos ein. Die Freiluftpause wird man für Hallenturniere nutzen, ehe es danach in die Vorbereitung für die ab März anstehenden restlichen zehn Saisonbegegnungen gehen wird. (E.W.)